Das Wesentliche

Aktualisiert: März 28

Nella Skuban - Diese Zeit der Zurückgezogenheit gibt mir die Möglichkeit, mich wieder mehr auf das Wesentliche zu besinnen. Aber was heißt denn das eigentlich, das Wesentliche? Hier auf Instagram oder anderen sozialen Netzwerken sieht man meistens erfreuliche Dinge: schöne Menschen, die an schönen Orten schöne Dinge tun; Fotos von herrlichem, gesundem Essen oder positive Gedanken und Sinnsprüche. All das ist wunderbar, wir können uns glücklich und dankbar schätzen, so in der Fülle leben zu können.

Doch was ist mit dem Sterben? Kann das hier auch seinen Platz haben? Vor ein paar Tagen verstarb ein enger Freund meiner Mutter an dem Corona-Virus, ganz nah von hier, in Freising. Ein gesunder Mensch ohne Vorerkrankungen. Ich habe diesem Menschen viel zu verdanken, hat er mir doch in meinen Teenagerjahren die ersten spirituellen Praktiken an die Hand gegeben.

Der Tod ist schon lange ein täglicher Begleiter in meinen Gedanken, allerdings nicht als etwas, wovor ich mich fürchten müsste. Vielmehr ist er für mich eine Erinnerung daran, dass es nicht vor allem darum geht, mich hier in diesem Leben möglichst gemütlich einzurichten. Es geht darum, mich immer wieder zu fragen: Was ist meine Aufgabe hier? Wo kann ich positiv wirken? Wo gibt es vielleicht noch offenen Baustellen, wo sollte ein versöhnliches Wort gesprochen werden?

Solche Gedanken bringen mich näher zu den Menschen, lassen mich mitfühlender werden, und helfen mir dabei, diese Situation als ein Geschenk zu sehen. Für mich ist jetzt nicht die Zeit, mich gleich wieder in Aktivismus zu stürzen und neue Projekte aufzugleisen. Ich merke, dass die eigentlich wichtige Aufgabe gerade jenseits dieser Dinge liegt, hinter dem Tun, das uns so rastlos werden lässt. In der langsam einkehrenden, gedanklichen Stille keimt ganz behutsam etwas anderes auf: Im Angesicht der Vergänglichkeit und des Todes entfaltet sich das Leben….

Hier noch ein kleines, eigenes Gedicht, das ich gerne mit Euch teilen möchte, da es gerade irgendwie passt..

Ozean

Mein Körper

ist eine Nussschale.

Mein Geist

sitzt als Mast darin.

Meine Seele

ist ein stoffloses Segel dazu.

Zusammen

bilden sie etwas

das ich ICH nenne.

Zusammen

treiben sie über den weiten Ozean.

Woher und wohin,

fragen wir uns.

Psst!

Lass das Steuer los und lausche!

Der Wind flüstert

die Antworten

in dein Segel.

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