Abseits der geraden Wege

Nella Skuban - Mir fällt auf, dass ich in diesen Tagen viel gemächlicher Auto fahre. Ich bin jetzt wahrscheinlich einer von diesen Fahrern, die mich im Alltag nerven, da ich mich dabei ertappe, mit gemütlichen 60 km/h Stunde über die Landstraßen zu tuckern. Auch nehme ich plötzlich nicht mehr den schnellsten Weg über die Autobahn, sondern fahre kurvige Stecken, abseits der schnellsten Route, vorbei an Pferdekoppeln und Wiesen, durch alte Alleen auf bröckeligen Straßen. Nichts nervt mich dabei, es ist mir völlig egal, wann ich ankomme. Zeit spielt keine Rolle. Ich weiß nicht mal mehr genau, welcher Tag heute ist, geschweige denn welches Datum. Die Zeit verliert gerade ihre Bedeutung, da es nichts mehr gibt, was ihren Fluss irgendwie lenken möchte, kein Hindernis, das sie in kleine Einheiten unterteilt. Keine Termine, keine Verpflichtungen zu bestimmten Zeiten. Ich bestimme selbst, wann ich was in welchem Tempo machen möchte.

Wann war das zum letzten Mal so? War es überhaupt schon mal so?

Es ist jedenfalls lange her. Diese Tage erinnern mich an lange Sommerferien in meiner Kindheit. Warme, scheinbar endlose Tage, die gemächlich dahinfließen…

Ich beobachte, wie mein innerer Antreiber allmählich verstummt.  Der Gedankenfluss wird langsamer, der Geist stellt nicht ununterbrochen Fragen über Vergangenes und Zukünftiges, hört auf zu kommentieren, zu beurteilen, abzuwägen. Und da sind sie plötzlich, diese Momente, wo ich einfach auf’s Wasser schaue und Stille ist.

Im Innen wie im Außen……



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